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Der Widerständige

Gerade jetzt scheint die immergrüne Pflanze sich, im Vergleich zu ihrem Umfeld, besonders stark aufzurichten. Bei näherer Betrachtung ist ein grünlich grauer Flor auf den Blättern erkennbar. Im Sommer entwickelt der Salbei kleine, meist violette Blüten, die beliebt bei Insekten sind. In der Hand fühlt sich das Blatt samtig an – beim Zerreiben wird die Nase von einem aromatischen Duft umschmeichelt. Hier offenbart sich der hohe Anteil ätherischer Öle.

Heilende Wirkung

Unter anderem deswegen ist der Salbei ein beliebter Zusatz für Bäder, Öle oder auch, wegen seiner schweißhemmenden Eigenschaft, für Deodorants. Die Gerbstoffe des Salbeis haben eine zusammenziehende und strukturierende Wirkung auf entzündliche Schleimhautprozesse. Die Bitterstoffe hingegen haben eine harmonisierende und tonisierende Wirkung auf unser Verdauungssystem. Für die WALA Arzneimittel machen wir uns insbesondere die entzündungshemmende Wirkung der Heilpflanze zunutze. In der Dr. Hauschka Naturkosmetik kommt unter anderem ihre desodierende und regulierende Eigenschaft zum Tragen.

Auch schneebedeckt sind die grünen Blätter der Heilpflanze noch erkennbar.
Foto: WALA

Auf der Alb zuhause

Der Salbei wird auf verschiedenen Flächen im Heilpflanzengarten der WALA, aber auch auf der Schwäbischen Alb, in rund 12 Kilometer Entfernung, angebaut. „Wir bewirtschaften insgesamt vier Standorte auf rund 338 Beetmetern*, um dem hohen Bedarf für die Arzneimittel und die Naturkosmetik gerecht zu werden“, berichtet Markus Greiner, Gärtner im WALA Heilpflanzengarten. Hier gibt es ein Beet, dass bereits seit sieben Jahren beerntet wird. Ein toller Erfolg für die Bemühungen der Gärtnerinnen und Gärtner.

*Ein Beetmeter: 1 x 1,2 m.

Erfolgreiche Anbauversuche

Denn normalerweise müssen die Pflanzen im Anbau alle zwei bis drei Jahre neu gepflanzt werden. Grund dafür ist ein massiver Pilzbefall, bei dem die Pflanze komplett befallen wird und schließlich abstirbt. Bei diesen Pilzen handelt es sich um „bodenbürtige“, also im Boden vorkommende Krankheitserreger. Aufgrund der besseren Bodenbedingungen sind die Pflanzen auf der Schwäbischen Alb davon nicht betroffen. Hier trotzt der Salbei äußeren Widrigkeiten und ist nur extremer Nässe und Kälte nicht gewachsen.

Ab ins Warme: Im Gewächshaus fühlen sich die Jungpflanzen am wohlsten, wenn es draußen zu kalt ist.
Foto: WALA
Kostbares Gut: die Saat des Salbeis.
Foto: WALA
Heilpflanzengärtner Markus ist Pflanzenpate der Heilpflanze. Er trägt dafür Sorge, dass „sein“ Salbei das ganze Jahr über gut versorgt ist. Im Sommer steht die Beetpflege an.
Foto: WALA
In dieser Jahreszeit zeigt sich der Salbei von seiner farbenfrohen Seite.
Foto: WALA
Der Großteil des jährlichen Bedarfs von durchschnittlich 100 Kilogramm stammt von der Schwäbischen Alb, dort fühlen sich die Pflanzen besonders wohl …
Foto: WALA
… für die erste Ernte im Januar ist der Heilpflanzengarten aufgrund der milderen Bedingungen jedoch der bessere Standort.
Foto: WALA

Ergiebige Ernte

Für unsere Arzneimittel und die Dr. Hauschka Naturkosmetik werden hauptsächlich die Blätter des Salbeis geerntet. Hier folgen wir dem biologisch-dynamischen Kreislaufgedanken: Die Samen kommen aus eigenem Anbau und werden im März ausgesät. Die ersten Keimlinge werden dann vereinzelt (pikiert), in kleine Platten gesetzt und später umgetopft. Dieser Aufwand gilt nicht nur dem Salbei: „Wir versuchen immer, die besten Anbaubedingungen für alle Heilpflanzen umzusetzen“, ergänzt Markus Greiner.

Ein neuer Kreislauf beginnt

Sobald der Frühling seine Wärme schenkt, darf der Pflanzennachwuchs ins Beet umziehen. Damit die Pflanze genug Zeit bekommt, sich zu entwickeln, erfolgt im ersten Jahr in der Regel kein Rückschnitt. Im zweiten Jahr kann die Pflanze dann geerntet werden. Je nachdem, für welches Arzneimittel oder Naturkosmetikprodukt die Heilpflanze weiterverarbeitet wird, findet die Ernte im Winter oder im Sommer statt.

Und so beginnt jedes Jahr ein neuer Salbei-Kreislauf.